Souljourney | Reise in die Stille od. was ich in der Wüste gefunden habe…Part I

Souljourney | Reise in die Stille od. was ich in der Wüste gefunden habe…Part I

Es ist später nachmittag, ich schaue seit Stunden aus dem Fenster während ich in einem kleinen Bus sitze. Die Landschaft zieht vorbei. Waren vor ein paar Stunden noch Berge und viel Grün zu sehen, so ist es inzwischen eher flach und karg. Vereinzelte Urgesteine ragen aus der Steinwüste hoch und es wird immer flacher. Ich liebe es unterwegs zu sein. Ich schaue aus dem Fenster, lasse alle Gedanken ziehen und öffne mich für meine Träume.

Sie beginnen dann an irgendeinem Punkt einfach zu fließen und das ist jedesmal ein Geschenk, in meine innere Welt einzutauchen, die Bilder aufsteigen zu lassen und vor mich hinzuträumen. Es fließt gefühlt aus meiner inneren Quelle.

Zarte, liebevolle und gleichzeitig rythmische Gitarrenklänge begleiten uns. Wir haben „Livemusic“ im Bus. Es ist einfach nur wundervoll. Solche Momente, in denen ich einfach da bin. Mit mir verbunden bin. Eins bin. Ich fühle wie die Magie des Augenblicks sich in mir tief abspeichert.

 

 

Es ist heiß. Plötzlich – in der Ferne ein Bild …es zerfließt das Bild vor meinem Augen – verschwimmt.  Ich sehe Dünen. Sie leuchten so hell. Rotgolden. Klar. So kraftvoll dass es mir fast den Atem nimmt. Ich bin fasziniert. Ein Feuer in mir ist spürbar. Plötzlich spüre ich eine Hand auf meiner Schulter: „Schau die Wüste. Da wollen wir hin.“

Also doch. Keine Fata Morgana. Die Dünen tauchen auf. Wir sind fast da.

Die Reise hat vor ein paar Tagen in Marrakesch begonnen. Ich bin endlich in Marokko. Fühle seit Jahren, dass ich hin soll und verstehe erst jetzt so gut, warum es mich hingezogen hat. Marrakesch ist Lebendigkeit & Sinnlichkeit pur. Düfte, Klänge & schöne Menschen, Leben auf den Straßen und tiefe Herzensfreundlichkeit. Gastfreundlichkeit. Ich fühle mich aufgenommen.

Ich bin hier mit dem Yogazentrum Mödling, Florian Reitlinger bietet diese wundervolle Reise seit 3 Jahren,  jedes Jahr an.

Die erste Erfahrung war sehr einprägsam.

Wir kommen an in unserem Riad. Von außen sehen die Häuser schön, aber einfach aus und es lässt sich nicht erahnen welche Welt sich dahinter verbirgt. Wenn du eintrittst in einen Riad, trittst du ein in eine andere Welt. Kleine Innenhöfe, mit Springbrunnen, Pflanzen, Vögel & wundervollen Sitzecken erwarten dich und überraschen dich. Zeit zu Verweilen.

Wir kommen an. Wo sind unsere Zimmer? Fragen wir in europäischer Manier. Der freundliche Marokkaner sagt bestimmt aber sehr herzlich:

“ First sit down and drink a tea.“ Widerspruch fühlt sich nicht stimmig an. Ich bin verschwitzt, müde, aber gut. Also Tee. Wir setzten uns alle hin.

 

Zuerst geht das übliche los, was war das anstrengend am Flughafen und dann war das Taxi nicht da. Es muss verarbeitet werden, so scheint es. Langsam werden wir ruhig. Sitzen. Fühlen den Ort. Staunen & kommen ganz unbemerkt an. Es kommt dann auch der Tee und frische Orangen werden aufgetragen. Wundervoll. Was war da nochmal?

Irgendwann kommt der freundliche Mann wieder und fragt. Do you want to see your rooms? Ah ja – ich hatte vergessen, wir warten ja auf das Zimmer – bitte gerne. Wir stömen los und erkunden die zahlreichen Innenhöfe des Riad. So viele Details, so viel Schönheit und Achtsamkeit. Marokko hat mein Herz in den ersten Stunden bereits erobert.

Marrakesch ist lebendig und vibrierend, voller Überraschungen und sehr intensiv.

Wir erkunden die Stadt, ich lande in einem wundervollen Restaurant, auf dem Dach eine Terasse, Vorhänge die im leichten Wind wehen, wundervolle Musik und einen Nous Nous. Ich bin bereit für das Abendteuer Marokko. Ich bin bereit zu leben. Die letzen Wochen waren bei mir sehr intensiv und meine Seele saugt die Eindrücke auf.

In der Früh weckt mich der Muezzin um 4 Uhr.

 

 

Ich liebe diesen Gesang und liege im Bett döse vor mich hin. Dann entdecke ich das Riad im Morgengrauen, finde eine Treppe hoch auf die Dachterasse und bin überwältigt. Ein Meer von Häuserdächern & unzählige Vögel berauschen meine Sinne. Die Sonne geht auf über Marrakech und ich bin einfach nur glücklich. Ganz tief drinnen & ganz intensiv. Ich meditiere in der Morgensonne. Der Rest der Gruppe wird erst heute nachmittag anreisen. Da beginnt dann erst das richtige „Programm“.

Ich bin überrascht. ich tue mir in muslimischen Ländern oft nicht leicht als Frau, hier fühle ich es anders. Ich fühle mich sehr respektvoll behandelt und habe gar keine Sorge in mir. Ich achte kleidungstechnisch darauf dass Knie und Schultern bedeckt sind. Das fühlt sich stimmig an für mich.

Barak Oussidi von Sahara Yoga hat diese Reise organisiert & begleitet sie sehr liebevoll und achtsam. Er sucht wundervolle Orte aus für uns und ich fühle mich durch seine Begleitung sehr wohl. Er kennt Marokko wie seine Westentasche und verschafft uns Zutritt zu wundervollen Begegnungen & Erlebnissen, die ich sonst glaube ich nicht gehabt hätte.

Ich bin neugierig und erfahre seine Geschichte.

Barak ist in Merzouga aufgewachsen. Merzouga ist ein Ort und eine Oase am Rande der Wüste, in der Nähe zu Algerien. Sein Vater hat diesen Ort gegründet und Barak hat 13 Geschwister. Mit 20 Jahren ist Barak dann nach Deutschland gekommen und arbeitete viele Jahre auf der Herzchirugie.

Die Wüste heilt deine Seele.

 

Photo Credits Claudia Puhm

Eines Tages, es war sehr stressig in der Arbeit und sehr viel zu tun, hat Barak am Heimweg gefühlt, wenn ich so weitermache dann lande ich im Burnout. Ich muss an meinem Leben etwas ändern. Also hat er sich frei genommen und ist für 2 Wochen in seine Heimat geflogen, ist in die Stille der Wüste eingetaucht um Antworten für sich zu finden. Um aus seiner inneren Quelle heraus zu fühlen was für ihn dran ist.

In diesem inneren Retreat hatte Barak die Idee Sahara Yoga ins Leben zu rufen. Er organisiert seitdem regelmäßig & erfolgreich Yogareisen in die Wüste. Mit Hilfe seiner Familie hat er ein Wüstencamp aufgebaut (dazu später mehr) und einen wundervollen Ort geschaffen. Baraks Geschichte berührt mich und bringt in mir etwas zum Schwingen.

Es ist spürbar, wie klar er auf seine innere Stimme gehört hat und wie deutlich & klar seine Schritte waren, die er daraus gesetzt hat. Es macht Mut ihn zu sehen und ihm zuzuhören. Ich bin dankbar für seine Offenheit.

Aber zurück zur Busfahrt. Wir erreichen nach einer turbulenten &  intensiven Reise die Wüste. Übernachten ein letztens Mal in einer Kasbah am Rande der Wüste, werden wundervoll verwöhnt und aufgenommen. Am nächsten Morgen starten wir mit Yoga auf der Dachterasse, mit Blick in die Dünen. Florian Reitlinger, dessen Yogastunden ich sehr liebe, er macht Jivamukti Stunden, die er mit seiner Gitarre begleitet und die immer meine Seele berühren, hat für diese  Reise als Thema:

Chakrenreise

gewählt. Das ist wundervoll für mich und ich spüre im Laufe der Yogastunden stark wie es in meinen Chakren arbeitet.

 

Photo Credits @Sahara Yoga

Nach der Yogapraxis geht es los, wir gehen 1 Std zu Fuss durch die Wüste. Schweigend. So ist es vorgeschlagen von Barak und Florian und so ist es wirklich wundervoll. Omar, ein Cousin Baraks führt uns und es ist eine Freude so zu gehen. In mich hineinzulauschen, die Vorfreude zu fühlen und die Energie der Wüste zu erahnen. Ich fühle sie so kraftvoll und intensiv.

Das Herz der Erde! denke ich.

Ich bin aufgeregt hier zu sein. Bevor wir in die Wüste reiten, sind wir noch in Merzouga eingeladen. Wir besuchen die Kollektive im Ort, bekommen Tee und dazu wundervolle Geschichten serviert. Eine Freude dem Kaufmann zuzuhören. Er erzählt uns wie viele Teppiche eine Berberfrau in ihrem Leben knüpft, was die Symbole bedeuten und ich fühle sie sind wundervolle Geschichtenerzähler die Teppiche & die Berber. Bei der Familie Oussidi bekommen wir eine wundervolle Tajine die uns in einem traditionellem Raum – Teppiche am Boden und niedrige Tische, wir essen einfach am Boden sitzend – serviert werden. By the way …ich liebe es so zu essen. Während ich hier diesen Blogartikel schreibe, bin ich zurück in Wien und sitze am Boden – in meinem neu gestalteten Kaminzimmer… auf Teppichen, mit Pölstern… es fühlt sich wundervoll an.

Nächste Woche geht es weiter mit Teil 2; zu Teil 2!

Vielen Dank an Barak Oussidi & Claudia Puhm für die Fotos!! Ich bin sehr dankbar dafür.

Alles Liebe

Karin

 

@ Photo Credits Titelbild: Claudia Puhm

8 Comments
  • Kathrin Kroell
    Posted at 18:26h, 04 Mai Antworten

    Danke Karin 🙏 deine Worte haben mich zurückversetzt in dieses wunderbare Land! Danke für dein Schreiben mit allen Sinnen ❤️ Du hast mich eben in einen Zauber versetzt….
    Freu mich auf Teil 2!

    • Karin Nikbakht
      Posted at 21:58h, 04 Mai Antworten

      Wundervoll Kathrin, das freut mich! Ja es war echt eine magische Reise… schön dass sich unsere Wege da gekreuzt haben… alles Liebe zu dir

  • Florian Reitlinger
    Posted at 12:57h, 05 Mai Antworten

    Liebe Karin 🙂
    Du sprichst mir aus der Seele!
    Danke, dass ich diese Reise nochmal erleben darf 🙂

    • Karin Nikbakht
      Posted at 22:33h, 09 Mai Antworten

      Das freut mich…. ja es war wundervoll – intensiv – wundervoll. Danke dir!!

  • Daniela Kalab
    Posted at 23:31h, 05 Mai Antworten

    Hallo Karin! Danke für Deine Geschichte – durch Deine malerische Erzählung habe ich das Gefühl, dort gewesen zu sein! Danke 🙏, Dana (Schwester von der Gloria)

    • Karin Nikbakht
      Posted at 22:34h, 09 Mai Antworten

      Liebe Daniela, das freut mich… eine innere Reise ist eine wundervolle Erfahrung wie ich finde & fühle.

      Alles Liebe zu dir

  • Barak Oussidi
    Posted at 22:28h, 09 Mai Antworten

    Liebste Karin, unsere Herzen sind erfüllt nach dem Lesen deines Post. Es ist so schön, dass das Land, die Wüste und die Reise mit Sahara Yoga dich so berührt haben. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!
    Umarmung und Liebe
    Barak und Ayla

    • Karin Nikbakht
      Posted at 08:48h, 11 Mai Antworten

      So schön zu hören Barak! Ja ich freue mich auch auf das nächste Mal! Ihr seid wundervoll….das Leben ist wundervoll…alles Liebe zu euch 2 nach Kiel…

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